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Alte Brillen für bedürftige Menschen

In einem Kooperationsprojekt werden nicht mehr gebrauchte Sehhilfen in arme Länder geschickt

Brillen Sammelaktion 1

In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Katholischen Blindenhilfswerk, der Schleidener Caritas-Tagesstätte für Menschen mit einer psychischen Erkrankung und hiesigen Gemeinschaften der Gemeinden (GdG) haben wir ein neues Sammelprojekt mit dem Slogan „Zwei Gläser, die die Welt bedeuten können“ an den Start gebracht. Dabei werden alte, aber noch brauchbare Brillen gesammelt, gereinigt, vermessen und an bedürftige Menschen in aller Welt verschickt. Martina Bertram, Gemeindecaritas und Ehrenamtskoordination, hat sich des Projektes angenommen und es für die Südkreise Euskirchen und Aachen neu aufgebaut.

Brillen Sammelaktion 3„Rund um den Globus gibt es Menschen, die sich keine Sehhilfe leisten können“, erläutert Martina Bertram die Hintergründe. „In Entwicklungsländern in Afrika, Asien, Südamerika, aber auch in Europa wird der Hilfebedarf im besten Fall in einem Krankenhaus festgestellt und ein Privatrezept ausgestellt. Überwiegend gibt es keine zusätzlichen Leistungen, die z.B. von Krankenkassen übernommen werden, sodass eine Brille für Bedürftige meistens nicht finanzierbar ist.“ Die Idee, nicht länger benötigte Brillen für Menschen in armen Ländern zu sammeln sei dabei natürlich nichts Neues, das gebe es in Deutschland bereits seit Jahrzehnten, führt die Diplom-Sozialpädagogin weiter aus. Als in Simmerath jedoch eine solche Aktion nach Auflösung des Leprakreises zum Erliegen gekommen war, habe sich Caritas-Vorstandsmitglied Inge Heinen an sie gewandt, um über Möglichkeiten der Fortführung nachzudenken. Bei den Überlegungen kam auch der Wunsch auf, unsere Tagesstätte Schleiden für Menschen mit einer psychischen Erkrankung einzubinden, um der Sache zusätzlich Inklusions-Charakter zu verleihen. Nach zahlreichen Gesprächen mit Institutionen, die auf die Weiterverwertung von Sehhilfen spezialisiert sind, hat sich der Wohlfahrtsverband für das Katholische Blindenhilfswerk e.V. mit der Aktion „Brillen weltweit‘ als Kooperationspartner entschieden. „In Zusammenarbeit mit der Tagesstätte, dem DBKW und den GdG entstand schließlich ein rundes Konzept, das die Umsetzung des Projektes garantiert“, so Bertram.

Brillen Sammelaktion 2Das Prinzip ist einfach – zunächst werden die Brillen gesammelt: im Caritas-Haus Schleiden, in allen Caritas-Zentren (Simmerath, Kall, Mechernich), sämtlichen Caritas-Tagespflegen (Roetgen, Simmerath, Blankenheim und Dahlem) sowie im Pfarrbüro Dahlem und in der Pfarrkirche Simmerath wurden gekennzeichnete Kisten bereitgestellt, in welchen die alten Brillen abgegeben können. Sind diese voll, werden sie ins Caritas-Haus Schleiden gebracht. Die Klienten der Tagesstätte sind zuständig für die gesamte weitere Organisation: sie sichten und sortieren aus, verpacken sie für den Transport und stimmen die Abholung durch das Katholische Blindenhilfswerk ab. Dort werden die Brillen gereinigt und vermessen und abschließend an Hilfebedürftige in aller Welt versandt und verteilt. Johannes Klein, ehrenamtlicher Leiter des DKBW in Koblenz hat unser Team letzte Ende Oktober besucht : „Hier ist ein stimmiges und sinnvolles Konzept entstanden, das auf Dauer und Nachhaltigkeit angelegt ist. Es ist keine Einmal-Aktion, bei der die Leute hinterher immer noch irgendwo Brillen abgeben wollen, aber niemand kümmert sich dann mehr darum.“ Die ersten 500 Brillen konnte er nun von uns in Empfang nehmen. Sie werden in Indien, Ladak und Nepal neue Besitzer finden, wo Brillen ein Luxusgut darstellen. Die vertrauensvolle Kooperation mit seriösen Partnern vor Ort ist garantiert.

Brillen Sammelaktion 4„Das Projekt vereint viele charmante Punkte“, freuen sich Sarah Schmitz, Leiterin der Tagesstätte, und ihre Mitarbeitenden Anke Gehde und Mark Nichols. „Alte Brillen landen nicht einfach auf dem Müllberg, sondern können nachhaltig weiterverwendet werden. Zudem können sich unsere Klienten durch ihre Mitarbeit sinnstiftend einbringen, sie sind begeistert dabei und haben viel Spaß. Und für die Empfänger können die ‚zwei Gläser‘ tatsächlich die Welt bedeuten – irgendwo auf der Welt erhält ein Kind eine Bildungschance, weil es endlich die Buchstaben auf der Tafel lesen kann.“ Dem kann Johannes Klein mit einem anderen Beispiel nur beipflichten: „Wir konnten einer 45-jährigen Frau aus Indien, die eine Sehstärke von -19,75 Dioptrien hatte, durch eine spezielle Brille dazu verhelfen, zum ersten Mal in ihrem Leben etwas zu sehen. Sie war von diesem Sinneseindruck derart überwältigt, dass sie vor Freude beinahe zusammenbrach.“

Wer Fragen zum Projekt hat oder dieses unterstützen möchte, kann sich gerne an Martina Bertram unter 02445 8507-270 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! wenden.

 

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