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Wir präsentieren wir unseren ersten Imagefilm! Unsere Kolleginnen und Kollegen sind nicht nur hervorragende Pflegekräfte, sondern haben auch noch schauspielerische Talente! Der ganze Dreh war ein tolles und spannendes Event, das einen riesen Spaß gemacht hat. Wir finden: unsere jungen Leute sind gut drauf, ein tolles Ergebnis! Wir danken allen, die mitgemacht haben! Ihr seid klasse!

P.S.: Wer zu unseren großartigen Teams gehören möchte - wir freuen uns auf Ihre Bewerbungen unter personal@caritas-eifel.de 

Selbsthilfegruppe Depression gestartet

Betroffene treffen sich alle 14 Tage im Schleiden

Selbsthilfegruppe Depression   Pressegespräch 2020 (07) S

Wir haben das Portfolio der Selbsthilfegruppen unter unserem Dach um ein Angebot erweitert: in unserem Schleidener Caritas-Haus treffen sich regelmäßig Menschen, um über das Thema Depression miteinander ins Gespräch zu kommen. Die Depression wird in unserem Land häufig als „Volkskrankheit Nummer 1“ bezeichnet. Laut Robert-Koch-Institut ist eine depressive Symptomatik in Deutschland mit 9,2% höher beziffert als der europäische Durchschnitt mit 6,6%. Die Dunkelziffern werden deutlich höher eingeschätzt.

Die Krankheit ist unter anderen gekennzeichnet von Angstzuständen, Gereizt-sein, Schlafproblemen, ständiger Müdigkeit, aber auch von Beschwerden wie Rücken-, Bauch- oder Kopfschmerzen. Christian Gehlen aus Harperscheid ist seit vielen Jahren selbst Betroffener, hat die Gruppe in Kooperation mit Kollegin Martina Bertram (Gemeindecaritas und Ehrenamt) ins Leben gerufen und die Gruppenleitung übernommen. Besonderes Anliegen ist, dass die Teilnehmer offen über ihre Erkrankung miteinander sprechen können und über Behandlungsmöglichkeiten informiert werden. Der Startschuss ist mit einem ersten Infoabend am 8. Januar gefallen.

„Ich habe von Anfang an kein Geheimnis aus meiner Krankheit gemacht“, erläutert Christian Gehlen, der beruflich das Autohaus Köth in Harperscheid als Geschäftsführer leitet. „Dadurch kam ich mit anderen Erkrankten in zahlreiche Gespräche und habe sofort gemerkt: das hat denen gut getan! Und es war auch sehr gut für mich selbst.“ Diese Erfahrung führte zu seiner Idee, eine Selbsthilfegruppe im Schleidener Umfeld zu etablieren, um mehr Menschen zu erreichen; an einem solchen Angebot habe es ohnehin gefehlt. Daher erhielt er sofortigen Zuspruch. „Ein weiterer Grund ist: wenn es mir gerade gut geht, neige ich beispielsweise dazu, mich über alle Maße in die Arbeit zu stürzen. Dann verliere ich aber den richtigen Umgang mit meiner Depression schnell aus dem Blick. Es handelt sich um eine lebenslange Krankheit und ich musste lernen, dass ich stets an der Thematik dran bleiben, einfach gut auf mich achten muss.“ Die Erfahrungen des ersten Infoabends waren durchweg positiv. Die Teilnehmer zeigten sich sichtlich erfreut und erleichtert darüber, dass das neue Gruppenangebot geschaffen wurde: „Endlich versteht mich jemand“ war ein Gefühl, das oft zum Ausdruck gebracht wurde. Gehlen: „Denn die Leute können das nicht verstehen und ich kann es wirklich niemandem vorwerfen – ich hätte es selbst niemals verstanden, wenn ich es nicht selbst erlebt hätte.“

Selbsthilfegruppe Depression   Pressegespräch 2020 (03) XSDer Bedarf nach einer solchen Selbsthilfegruppe wurde auch bei uns immer wieder sichtbar, bestätigt Martina Bertram: „Bislang konnten wir diesen mangels einer Gruppenleitung jedoch nicht bedienen. Deshalb war ich sehr froh, als sich Herr Gehlen mit seinem Anliegen an uns gewandt hat. In einer solchen Gruppe finden die Menschen Unterstützung und Stärke“, weiß sie aus Erfahrung. Elisabeth Nosbers, stellvertretende Geschäftsführerin, fügt hinzu: „Bei der Depression handelt es sich nach wie vor um ein großes gesellschaftliches Tabu-Thema. Wir freuen uns sehr, wenn wir dieses Tabu in Zusammenarbeit mit Herrn Gehlen aufbrechen und zu mehr Akzeptanz für die erkrankten Menschen beitragen können.“ An den Statistiken der Krankenkassen könne man sehr gut sehen, dass Depressionen eine häufige Ursache für berufliche Fehltage seien. Sie hofft somit sehr, dass sich weitere Betroffene der Selbsthilfegruppe anschließen.

Dabei war der Weg bis zur Gründung, den Christian Gehlen hinter sich hat, kein leichter. Bereits Ende 2018 hatte er den Kontakt zu Martina Bertram hergestellt, durch wiederkehrende depressive Episoden musste der Start jedoch immer wieder verschoben werden. Er habe in dieser Zeit eben Erfahrungen für die Gruppe gesammelt, sagt er lächelnd. Durch verschiedene Therapieangebote und Behandlungsmöglichkeiten hat er wieder einen Weg ins Leben gefunden und viel über Achtsamkeit im Umgang mit sich selbst gelernt. Anschließend habe sie ihn wie „Phönix aus der Asche“ erlebt, betont Martina Bertram: „Ich habe ihn im folgenden Gespräch so offen, so ehrlich, so positiv wahrgenommen und da habe ich gedacht: der macht anderen Mut!“ Das scheint zu funktionieren, denn die Teilnehmer des ersten Treffens im Alter von etwa 16 bis 65 Jahren haben am Ende der fast drei Stunden den klaren Entschluss gefasst, wieder zu kommen und weiter zu machen. Mit anderen Betroffenen ins Gespräch kommen, Informationen austauschen, über Behandlungsmöglichkeiten sprechen, nicht allein zu sein – diese Dinge geben ihnen Kraft. Gehlen: „Es muss sich in der Gesellschaft verbreiten: was eine Depression überhaupt ist und dass man etwas dagegen tun kann. Daran hängt so viel Lebensqualität! Das ist mir wirklich eine Herzensangelegenheit.“

Die Gruppe trifft sich ab sofort im 14-tägigen Rhythmus. Sie richtet sich an Betroffene, Angehörige und alle Interessierten. Das nächste Treffen ist am Dienstag, den 21. Januar um 18:30 Uhr im Caritas-Haus Schleiden, Gemünder Str. 40. Wer sich anmelden möchte, kann sich an Christian Gehlen unter der Mobilnummer 0177 5781925 oder der E-Mail-Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! wenden.

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